SG Callenberg – SSV Blau-WeiĂź Gersdorf 2:3 (1:2)
All jene, die den Maifeiertag nicht im Stadion an der SchettlermĂĽhle verbrachten, haben historisches verpasst. Doch der Reihe nach. Eindrucksvoll demonstrierten beide Teams zunächst ihre Gerstensaft-Präferenzen bei der Mannschaftsaufstellung – 22 mal die gleiche Biersorte auf den Trikots, Prost! Nach Anpfiff richteten sich die blau-weiĂźen Gäste erst einmal gemĂĽtlich in der eigenen Hälfte ein, was der ersatzgeschwächten SGC ein nicht unbedingt erwartetes Ăśbergewicht im Mittelfeld verschaffte. Neben der Ballbesitz- dominierte das Heimteam anfangs auch die Chancenstatistik, allerdings vergab Michel Molch gleich zwei Gelegenheiten aus halblinker Position. Gersdorf hingegen machte seinem Ruf, nur wenige Chancen zu benötigen, mit dem etwas ĂĽberraschenden 0:1 in der 40. Minute einmal mehr alle Ehre. Als sich die Zuschauer allmählich Gedanken ĂĽber ihr jeweiliges Pausengetränk machten, geschah folgendes Szenario, von dem die teilnehmenden Akteure vielleicht mal ihren Enkeln erzählen werden. SGC-Keeper Nico Weikelt blieb nach einer Rettungsaktion angeschlagen im FĂĽnfmeterraum liegen, der Schiri pfiff ab. Weil der Torwart den Ball unter sich begraben hatte, jedoch kein Foulspiel oder ähnliches vorlag, entschied der Schiedsrichter nach einer kurzen Behandlungspause auf  Schiedsrichterball. Wir befinden uns wie gesagt noch im FĂĽnfmeterraum der SGC. Keeper Nico Weikelt stand bereit und rechnete – wie jeder Zuschauer neben und vermutlich auch jeder Spieler auf dem Platz – damit, den Ball zu bekommen, denn er hatte ihn ja vor der Unterbrechung bereits sicher. Wer nun welches Missgeschick zu verantworten hat, ob der Schiri den Ball schlecht aus seiner Hand hat gleiten lassen, ob der Gersdorfer StĂĽrmer eine Sonnenreflexion in der Brille hatte oder ob der Rasen den Wintereinbruch vor ein paar Tagen nicht hundertprozent gut ĂĽberstanden hat, lässt sich im Nachhinein nicht mehr genau sagen. Jedenfalls purzelte der Ball aus der Hand des Unparteiischen direkt auf den FuĂź des Gersdorfer Angreifers und kullerte von dort am verdutzten SGC-Torwart vorbei ins Tor. Staunen und ungläubige Gesichter allerorten, aber dem Mann in grĂĽn blieb anscheinend keine andere Wahl, als das Tor zu geben. Die Verwunderung auf SGC-Seite wich sofort Wut und Gezeter, wie konnten die Gäste nur so unsportlich sein. Doch Gersdorf reagierte blitzschnell und in höchstem MaĂźe souverän, wie man es sich besser nicht hätte wĂĽnschen können. Direkt nach dem AnstoĂź lieĂź man Simon Reichenbach mit dem Ball am FuĂź durchlaufen und zum 1:2 Anschlusstreffer einnetzen. Chapeau fĂĽr so viel Sportsgeist!
In der zweiten Hälfte demonstrierten die Gäste dann erst einmal, dass sie nicht ganz zu Unrecht in der Tabelle vor Callenberg platziert sind. Während der ersten 20 Minuten nach Wiederanpfiff konnte die SGC froh sein, nur ein weiteres Gegentor kassiert zu haben. Doch auch diese Phase ging vorüber, die Heimelf hatte sich gefangen und Mike Schuhknecht gelang etwas überraschend, aber dafür außerordentlich sehenswert der 2:3 Anschlusstreffer. Noch war eine Viertelstunde zu spielen, jedoch stand die blau-weiße Abwehr sicher und brachte den Sieg über die Zeit. Thema des Tages und der Diskussionen nach Schlusspfiff blieb natürlich die Szene kurz vor der Pause.